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Funktionen

Der Funktionsumfang gliedert sich in vier Bereiche: die eigentliche Texttransformation, die Verwaltung der Stil-Regler, die separate Konfiguration der Neutralisierung und eine Historie zur Nachverfolgung und zum Vergleich von Ergebnissen.

Anwendungsszenarien

  • Wissenschaftliche Arbeit verfassen. Ein vorhandener Entwurf wird mit dem Preset „Wissenschaftlich" oder „Akademische Arbeit" auf Hedging, Präzision, Sachlichkeit und passive Konstruktionen umgestellt. Über den Stufenregler „Sprachniveau" lässt sich ein C1-/C2-Niveau festlegen.
  • Behördenkommunikation und Bewerbung. Texte werden in ein förmliches, höfliches, sachliches Register überführt. Presets wie „Behördenbrief", „Bewerbungsschreiben" oder „Business-E-Mail" liefern eine Ausgangskonfiguration, die nachträglich verfeinert werden kann.
  • Sprachniveau-Anpassung. Fachtexte werden für eine bestimmte Zielgruppe vereinfacht — etwa auf CEFR A1/A2 für Sprachlernende oder auf Kinderniveau über das Preset „Kinderbuch". Der Regler „Sprachniveau" und der Regler „Zielgruppenalter" können kombiniert eingesetzt werden.
  • Kreatives Schreiben. Texte lassen sich in Gedichte, Märchen, Gruselgeschichten, Satiren oder Werbetexte überführen. Über die Intensitätsregler (Poetisch, Magisch, Ironisch, Sarkastisch, Dramatisch) ist die Stärke einzelner Stilmittel feingranular einstellbar.
  • Neutralisierung als eigenständige Aufgabe. Texte mit ausgeprägter Tonalität, ironischen Anteilen, persönlichen Wertungen oder rhetorischen Mitteln können als reine Neutralisierung verarbeitet werden, ohne dass eine anschließende Stilisierung erfolgt. Das Ergebnis ist ein sachlich-neutraler Text, der als Ausgangspunkt für weitere Bearbeitung dient.
  • Replikation eines Sprachstils. Über die Kombination aus mehreren aktiven Reglern und gespeicherter Reglerkonfiguration lässt sich ein gewünschter Stil reproduzierbar nachbauen und auf weitere Texte anwenden.

Auf einen Blick

  • 34 Stil-Regler in 7 Gruppen, 3 Reglertypen (polar, intensität, stufen)
  • 23 vordefinierte Presets, alphabetisch sortiert
  • 10 Neutralisierungsdimensionen (7 sichere, 3 experimentelle)
  • Optional zweistufiger Workflow: Neutralisierung → Stilisierung
  • Speichern und Laden vollständiger Reglerkonfigurationen über kopierbare Codes
  • Historie mit bis zu 20 Einträgen, Side-by-Side-Vergleich zweier Versionen
  • JSON-Export und -Import der Regler-Definitionen
  • Token-Zählung mit tiktoken, Live-Anzeige und Limit-Prüfung

Texttransformation

Die Transformation lässt sich in zwei Modi nutzen: einstufig nur als Stilisierung oder zweistufig mit vorgeschalteter Neutralisierung. Bei aktivierter Neutralisierung wird der Text zunächst um die markierten Dimensionen bereinigt und das Zwischenergebnis als Eingabe der nachfolgenden Stilisierung genutzt. Beide Stufen bleiben einsehbar.

  • Reglerkonfiguration im UI. Regler werden gruppiert in aufklappbaren Bereichen dargestellt, einzeln aktiviert und über Slider auf Werte zwischen -10 und +10 (polar) bzw. 0 und 10 (intensität) gesetzt. Stufenregler verwenden eine Auswahlliste.
  • Presets. Eine Auswahl im Dropdown setzt die zugehörigen Regler in einem Schritt. Anschließende manuelle Anpassungen sind jederzeit möglich.
  • Speichern und Laden über Code. Aktive Reglerkonfigurationen werden als kompakter, base64-kodierter Code dargestellt, der kopiert, abgelegt oder weitergegeben werden kann. Über denselben Code lässt sich der Zustand exakt wiederherstellen.

Neutralisierung

Die Neutralisierung ist als separater Tab konfigurierbar. Sie umfasst zehn unabhängig schaltbare Dimensionen:

  • Sichere Dimensionen. Tonalität, Register, Redundanz (Standard aktiv), zusätzlich Wortwahl, Subjektivität, Perspektive und Intensifizierer.
  • Experimentelle Dimensionen. Struktur (z.B. rhetorische Fragen → Aussagen), Metaphorik (Bildsprache → wörtliche Beschreibung) und kulturelle Referenzen. Diese greifen tiefer in den Text ein und sind als experimentell gekennzeichnet.

Die Neutralisierung kann eigenständig betrieben werden — also ohne anschließende Stilisierung — und liefert dann einen sachlich-neutralisierten Text als Endergebnis.

Stil-Regler-Verwaltung

Über einen separaten Tab lassen sich Regler hinzufügen, bearbeiten und löschen. Jeder Regler ist durch ID, Name, Typ, Beschreibung und je nach Typ Gegenteil oder Stufenliste definiert. Die Gesamtmenge der Regler kann als JSON exportiert und importiert werden, was die Übernahme zwischen Instanzen oder die Versionierung in einem Repository erlaubt.

Historie und Vergleich

Jede Transformation wird mit Eingabetext, Zwischenergebnis, Ausgabetext, gewählter Reglerkonfiguration und gegebenenfalls Preset-Name in einer Sitzungs-Historie abgelegt (Standardgrenze: 20 Einträge). Im Tab „Historie" lassen sich zwei Einträge auswählen und nebeneinander vergleichen — sowohl die Ausgabetexte als auch die zugrunde liegenden Einstellungen.

Konnektoren

Die Anwendung greift auf eine externe Komponente zu:

  • Lokal betriebene LLM-Instanz (vLLM). Anbindung über die OpenAI-kompatible Chat-Completions-API. Modellname, Basis-URL und API-Schlüssel werden über Umgebungsvariablen konfiguriert. Die Anwendung trifft keine Annahmen über das eingesetzte Modell und nutzt keine modellspezifischen Funktionen jenseits der Standard-Schnittstelle.

Weitere externe Datenquellen werden nicht angebunden. Eingabetexte und Reglerkonfigurationen verbleiben in der Sitzung und werden nicht persistiert.

Import- und Exportformate

  • JSON. Vollständige Reglerdefinitionen (Schema von default_regler.json) lassen sich exportieren und importieren.
  • Konfigurations-Code (base64). Aktive Reglereinstellungen einer Transformation können als kopierbarer String exportiert und wieder eingelesen werden.
  • Markdown-Ausgabe. Der transformierte Text wird im UI als Markdown gerendert, was strukturierte Ergebnisse (Überschriften, Listen) sichtbar macht.

Qualitätssicherung

  • Zweistufiger Workflow. Die Trennung von Neutralisierung und Stilisierung verringert die Überlagerung gegensätzlicher Anweisungen im Prompt und führt zu konsistenteren Ergebnissen.
  • Explizite Intensitätssemantik. Numerische Reglerwerte werden serverseitig in eine fünfstufige Skala (leicht, moderat, deutlich, stark, EXTREM) mit klarer textueller Anweisung übersetzt.
  • Strikte Prompt-Regeln. Die System-Prompts unterbinden Einleitungen, Meta-Kommentare und Wiederholungen der Aufgabe; sie schreiben die Beibehaltung der Kernbedeutung vor.
  • Retry-Logik. Fehlgeschlagene LLM-Anfragen werden mit konfigurierbarer Wiederholungszahl und Wartezeit erneut versucht; das Timeout pro Anfrage ist einstellbar.
  • Token-Validierung. Die Eingabe wird vor dem LLM-Aufruf gegen ein konfiguriertes Token-Limit geprüft; eine farbige Statusanzeige (grün/gelb/rot) signalisiert die Auslastung.
  • Reproduzierbarkeit. Über die exportierbaren Konfigurations-Codes und die Historie lassen sich Transformationen mit denselben Einstellungen erneut ausführen und vergleichen.