Funktionen¶
Die PPT-Werkstatt deckt den Weg vom hochgeladenen Material bis zum fertigen Foliensatz ab und ermöglicht im Anschluss eine schrittweise Nacharbeit über den Chat. Die Funktionen lassen sich grob den Bereichen Material-Aufnahme, Briefing, Folien-Erstellung, Detail-Bearbeitung und Export zuordnen.
Anwendungsszenarien¶
- Foliensatz aus einem Dokumentensatz erzeugen — Mehrere Dokumente werden hochgeladen; die Werkstatt zerlegt sie in typisierte Inhaltseinträge und leitet daraus eine inhaltlich gedeckte Präsentation ab. Das Material kann thematisch breit oder eng gefasst sein.
- Foliensatz auf Zielgruppe und Vortragsdauer zuschneiden — In einem Briefing-Dialog werden Zweck, Zielgruppe, Sprache, Tonalität und Vortragsdauer geklärt; Folienzahl und inhaltliche Tiefe richten sich danach.
- Strukturwünsche und Schwerpunkte vorgeben — Eine grobe Gliederung oder thematische Priorisierung kann vor der Erstellung freitextlich angegeben werden; die Werkstatt richtet die Folienabfolge daran aus.
- Symbole und Diagrammgrafiken ergänzen lassen — Optional werden zu den Folien passende Symbole gewählt; für geeignete Inhalte werden grafische Layouts (Prozesse, Kreisläufe, Pyramiden, Matrizen, Hierarchien) statt reiner Textfolien vorgeschlagen.
- Folien im Chat überarbeiten — Nach der Erstellung können einzelne Folien oder die Gesamtpräsentation per Chat-Anweisung angepasst werden: kürzen, umformulieren, Layout wechseln, neue Folien einfügen, sortieren, gruppieren.
- Bestehende Foliensätze als Material einbringen — Hochgeladene PPTX-Dateien werden ebenfalls als Inhaltsquelle inventarisiert; ihre Inhalte fließen wie andere Dokumente in die Folien-Erstellung ein.
Auf einen Blick¶
- Anbindung an vier Modell-Dienste: Primary-LLM, Fast-LLM, Embedder, Reranker.
- Import: PDF, DOCX, PPTX, Markdown, Klartext.
- Export: PPTX (mit eigener Vorlage), DOCX, Markdown.
- Über 30 Folienlayouts in sechs inhaltlichen Kategorien.
- Drei Arbeitsphasen: Briefing-Dialog, automatische Folien-Erstellung, Detail-Bearbeitung im Chat.
- Mehrstufige Qualitätssicherung mit automatischer Korrekturschleife.
- Versionierung mit Undo, sichtbare Platzhalter bei Material-Lücken.
Material-Aufnahme¶
Hochgeladene Dokumente werden gelesen, in inhaltliche Einheiten zerlegt und mit semantischen Vektoren versehen. Größere Dokumente werden entlang erkannter Strukturmarker (Überschriften, Seiten- und Folientrenner) gechunked, sodass die Analyse sinnvolle Einheiten bildet.
Unterstützte Dokumenten-Formate:
- PDF — Textextraktion mit Seitentrennern als Strukturmarker.
- DOCX — Absatztext, Überschriften und Tabellen werden ausgewertet.
- PPTX — Folientexte und Sprechernotizen werden ausgelesen, sodass auch bestehende Foliensätze als Material dienen können.
- Markdown — Überschriften und Listen werden als Strukturmarker erkannt.
- Klartext (TXT) — wird unverändert als Inhaltsblock aufgenommen.
Inventarisierte Einträge werden typisiert (Text, Tabelle, Aufzählung, Beschluss, Zitat, Kennzahl, Überschrift) und mit Titel, Kurzfassung, Schlagwörtern und Quellangabe versehen. Das Inventar bleibt für die Dauer der Sitzung im Speicher; persistiert wird nichts.
Briefing-Dialog¶
Im Chat werden die Rahmenparameter der Präsentation iterativ geklärt: Zweck, Zielgruppe, Vortragsdauer, Sprache, Tonalität sowie thematische Schwerpunkte und Ausschlüsse. Der Briefing-Agent zieht das vorhandene Inventar als Bezug heran und arbeitet die offenen Punkte ab, bis das Briefing freigegeben werden kann.
Folien-Erstellung¶
Aus dem geklärten Briefing und dem Inventar wird in einer mehrstufigen Pipeline ein vollständiger Foliensatz erzeugt:
- Eine Grobstruktur legt Folientitel, Reihenfolge und Folienrollen (Einstieg, Hauptteil, Zusammenfassung, Trennfolie) fest.
- Jeder Folie wird ein passendes Layout aus dem Katalog zugewiesen.
- Die Slots des Layouts werden parallel mit Inhalten aus dem Material befüllt.
- Sichtbare Platzhalter werden eingesetzt, wenn ein Pflicht-Slot nicht aus dem Material gedeckt werden kann; das macht Lücken transparent statt sie durch Modell-Spekulation zu schließen.
Layout-Bestand¶
Der Layout-Katalog umfasst sechs inhaltliche Kategorien — Texte, Vergleiche, Prozesse, Beziehungen, Kennzahlen und visuelle Layouts. Konkret stehen unter anderem zur Verfügung: Aufzählungen, strukturierte Listen mit Unterpunkten, Pro-/Contra-Boxen, Zwei-Spalten-Vergleiche, Trennfolien, Zitathervorhebung, Box- und Karten-Raster, Vergleichstabellen, große Kennzahlen, einfache Tabellen, Prozess-Folgen (waagerecht, senkrecht, Chevron), Trichter, Zeitleisten, Kreisläufe (basal, radial, segmentiert), Organisationsdiagramme, Hierarchien, Pyramiden (aufrecht, umgekehrt, segmentiert), Matrizen (basal, beschriftet, SWOT) sowie Radial-Diagramme.
Symbole und Diagrammgrafiken¶
Optional ergänzt die Werkstatt zwei visuelle Elemente:
- Symbole — Aus einem kuratierten Subset eines Open-Source-Symbolbestands (Bootstrap Icons, MIT-Lizenz; ein Pool von rund 150 für Präsentationen sinnvollen Symbolen) wird je Folie eine inhaltlich passende Auswahl getroffen.
- Diagrammgrafiken — Diagrammartige Layouts werden über ein eingebundenes externes Template-Projekt erzeugt, das Inhalte als SVG rendert. Das SVG wird anschließend als Pixelgrafik in die Folie eingesetzt.
Qualitätssicherung¶
Drei Mechanismen sichern die Material-Treue der erzeugten Folien:
- Regelbasierte Slot-Prüfung — Jeder Slot eines Layouts hat Constraints (Pflichtfeld, Zeichenlängen, Mindest- und Höchstanzahl von Listenelementen). Verletzungen werden direkt benannt.
- Embedding-Coverage — Folientexte werden semantisch gegen das Material abgeglichen; Folien mit niedriger Material-Abdeckung werden markiert.
- LLM-Halluzinations-Check — Ein Validator-Aufruf sucht in den Folien nach Aussagen, die nicht durch Material gestützt sind, und vergibt ein Gesamturteil (ok / Bedenken / problematisch).
Auffällige Folien gehen in eine automatische Korrekturschleife (bis zu zwei Iterationen). Verbleibende Pflicht-Lücken werden als sichtbare Platzhalter ausgewiesen. Eine abschließende Vereinheitlichungs-Stufe prüft den fertigen Foliensatz auf Stilbrüche bei Tonalität und Begrifflichkeiten und schlägt Korrekturen vor.
Detail-Bearbeitung im Chat¶
Nach Abschluss der Erstellung wechselt die Werkstatt in einen Chat-basierten Bearbeitungsmodus. Freitextliche Anweisungen werden in einen von 28 Aktionstypen klassifiziert, die in fünf Kategorien gruppiert sind:
- Struktur — Folien einfügen, löschen, verschieben, duplizieren, verschmelzen, teilen, gruppieren oder gruppen-bezogen ansprechen.
- Inhalt — kürzen, ausweiten, sprachlich schärfen, neu schreiben, gezielt ändern, übersetzen, Tonalität anpassen.
- Form — Layout wechseln, Bullets anpassen, Folien umbenennen, Grafiken einfügen.
- Meta — Sprechernotizen, Metadaten, Undo, Export, Status, Gesamtübersicht.
- Navigation — Bearbeitungs-Fokus auf eine Folie oder Gruppe verschieben, Fragen ans Material oder an eine konkrete Folie stellen.
Eine Klassifikations-Prüfung springt bei niedriger Konfidenz, Mehrfach-Aktionen oder Kontext-Konflikten ein und stellt bei Bedarf eine Rückfrage, anstatt eine unklare Anweisung auszuführen.
Quellenbezug und Versionierung¶
Jeder Folieninhalt verweist auf die zugrunde liegenden Inventar-Einträge. Material kann zudem über deterministische Referenzen direkt angesprochen werden (Eintrags-IDs, Dokument-/Seitenangaben), was bei Detail-Anweisungen einen LLM-Aufruf für die Quellsuche erspart. Vor jeder ändernden Operation wird ein Versions-Snapshot abgelegt; die letzten 15 Stände sind per Undo zurücknehmbar.
Export¶
Die fertige Präsentation kann in drei Formaten ausgegeben werden:
- PPTX — Eine eigene PPTX- oder POTX-Vorlage wird übernommen; Master-Layouts, Schriften und Farben bleiben erhalten. Bestehende Folien aus der Vorlage werden ersetzt.
- DOCX — Lesbare Druckvariante mit Folientiteln, Inhalten und Sprechernotizen.
- Markdown — Strukturiertes Zwischenformat für weitere Verarbeitung oder Vorschau.