Von der Idee zum fertigen Tool in 2 Stunden: Was wir beim Entwickeln mit KI gelernt haben#
Wer mit KI-Unterstützung programmiert, kann in 2 Stunden ein funktionierendes Tool bauen. Der Schlüssel? Nicht sofort coden lassen – sondern erst genau beschreiben, was man will.
Was war das Ziel?#
Wir wollten testen, ob Text-Stil-Anpassung auch einfacher geht.
Ein früheres Projekt hatte Schreibstile aus Beispieltexten kopiert (etwa von Goethe oder aus Geschäftsbriefen). Das funktionierte, war aber kompliziert. Die neue Idee: Nutzer stellen gewünschte Eigenschaften selbst ein – über Schieberegler.
Was kann das Tool?#
Es verwandelt Texte in verschiedene Schreibstile:
- Ton anpassen (förmlich oder locker, emotional oder sachlich)
- Komplexität steuern (einfache Sprache oder Fachsprache)
- Kreative Elemente hinzufügen (Ironie, Poetik, Humor)
- Zielgruppe festlegen (Kinder bis Experten)
Insgesamt 34 Regler in 7 Kategorien. Plus 23 fertige Vorlagen für typische Fälle wie “Bewerbung” oder “Social Media”.
Wie haben wir es entwickelt?#
In zwei Phasen:
- Phase 1 – Vorbereitung (~60 Minuten): Wir haben mit der KI diskutiert, was das Tool können soll. Ziele, Funktionen, Aussehen, Technik – alles wurde festgelegt.
- Phase 2 – Umsetzung (~60 Minuten): Danach hat die KI den Code in einem Durchgang geschrieben.
- Gesamtaufwand: 2 Stunden für 2.000 Zeilen Code
- Ergebnis: 12 Dateien, lauffähig mit einem Klick
Warum lief es so gut?#
Weil wir mehr Zeit in die Vorbereitung als in die Umsetzung gesteckt haben.
Die Beschreibung war am Ende 1.400 Zeilen lang – fast so viel wie der Code selbst. Klingt übertrieben? Hat sich gelohnt. Wir mussten danach kaum noch korrigieren.
Erste Tests zeigen: Das Tool funktioniert auch für feine Anpassungen, nicht nur für drastische Stil-Änderungen.
Wichtige Erkenntnisse#
1. Vorbereitung schlägt Korrektur
Wer der KI sagt “bau mir ein Tool für X”, bekommt etwas – aber wahrscheinlich nicht das Richtige. Wer vorher genau beschreibt, was er will, spart sich viele Korrektur-Runden.
2. Die KI hilft schon beim Planen
Wir haben die Beschreibung nicht alleine geschrieben. Die KI hat Fragen gestellt, Alternativen vorgeschlagen, auf Lücken hingewiesen. Das Ergebnis war besser als in Eigenarbeit.
3. Weniger ist manchmal mehr
Das Vorgänger-Tool hatte ähnlich viel Code, konnte aber mehr (Analyse UND Umwandlung). Das neue Tool kann nur umwandeln – ist dafür aber einfacher zu verstehen und zu nutzen.
Was kann man daraus mitnehmen?#
- Eine gute Beschreibung ist wichtiger als schnelles Loslegen.
- Die KI ist nicht nur zum Coden da – sie hilft auch beim Denken.
- Einfachere Konzepte führen oft zu besseren Ergebnissen.
Fazit#
✔ 2 Stunden von der Idee zum funktionierenden Tool
✔ 1.400 Zeilen Vorbereitung für 2.000 Zeilen Code – das Verhältnis zeigt, wo die Arbeit wirklich steckt
✔ Mit KI entwickeln heißt: weniger tippen, mehr denken
Dies ist Teil einer Reihe über Softwareentwicklung mit KI-Unterstützung. Der Fokus liegt darauf, was man aus solchen Projekten lernen kann – nicht nur auf den Ergebnissen.